So startest du mit Linoldruck – dein erstes Set an Werkzeugen und Materialien

So startest du mit Linoldruck – dein erstes Set an Werkzeugen und Materialien

Linoldruck ist eine der zugänglichsten und zugleich befriedigendsten Drucktechniken, die du als kreativer Hobbykünstlerin ausprobieren kannst. Du brauchst kein großes Atelier oder teures Equipment – nur etwas Geduld, ein paar grundlegende Werkzeuge und Lust am Experimentieren. Mit Linoldruck kannst du alles gestalten: von Kunstpostern und Grußkarten bis hin zu Stoffdrucken oder Geschenkpapier. Hier erfährst du, wie du Schritt für Schritt loslegst und welches Material du für dein erstes Set benötigst.
Was ist Linoldruck?
Beim Linoldruck handelt es sich um ein Hochdruckverfahren, bei dem du ein Motiv in eine Linoleumplatte schneidest. Die weggeschnittenen Stellen bleiben im Druck weiß (oder farblos), während die erhabenen Flächen die Farbe aufnehmen und auf das Papier übertragen. Die Technik ähnelt dem Holzschnitt, ist aber durch das weichere Material ideal für Einsteiger*innen geeignet.
Linoldruck verbindet handwerkliche Präzision mit künstlerischer Freiheit. Du kannst grafisch und klar arbeiten oder mit Strukturen und Farben experimentieren. Das Schöne daran: Du siehst schnell Ergebnisse und lernst mit jedem Druck dazu.
Dein erstes Werkzeug-Set
Für den Anfang brauchst du kein komplettes Profi-Set. Ein kleines Grundsortiment reicht völlig aus, um deine ersten Drucke zu gestalten. Hier sind die wichtigsten Werkzeuge:
- Linoleumplatte – dein „Druckträger“. Es gibt sie in verschiedenen Größen und Härtegraden. Für Anfänger*innen empfiehlt sich eine weichere Platte, die sich leichter schneiden lässt. In Österreich bekommst du sie in gut sortierten Bastelgeschäften oder online bei Anbietern wie boesner oder Gerstaecker.
- Schnitzwerkzeuge (Gouges) – kleine Handgriffe mit austauschbaren Klingen in unterschiedlichen Formen. Feine Klingen sind für Details, breite für größere Flächen geeignet.
- Druckfarbe – spezielle Hochdruckfarbe, die mit einer Rolle aufgetragen wird. Wasserbasierte Farben sind besonders praktisch, da sie sich leicht reinigen lassen und geruchsarm sind.
- Rolle (Brayer) – dient dazu, die Farbe gleichmäßig auf der Platte zu verteilen. Eine gute Gummiwalze sorgt für ein sauberes Druckbild.
- Druckpapier – wähle ein etwas stärkeres Papier, das die Farbe gut aufnimmt, ohne zu wellen. In Österreich findest du z. B. bei Papierfachgeschäften wie Schullin oder im Künstlerbedarf verschiedene Qualitäten.
- Löffel oder Baren – wenn du keine Druckpresse hast, kannst du mit einem stabilen Löffel oder einem Baren die Rückseite des Papiers reiben, um die Farbe gleichmäßig zu übertragen.
Mit diesen wenigen Werkzeugen kannst du bereits deine ersten Drucke anfertigen und ein Gefühl für die Technik entwickeln.
Materialien und Vorbereitung
Bevor du loslegst, bereite deinen Arbeitsplatz gut vor. Decke den Tisch mit Zeitungspapier oder einer abwaschbaren Unterlage ab und sorge für gute Beleuchtung. Linoleum kann bei niedrigen Temperaturen etwas hart sein – lege es kurz auf eine Heizung oder erwärme es mit einem Föhn, damit es weicher und leichter zu schneiden ist.
Zeichne dein Motiv direkt mit Bleistift auf die Platte oder übertrage es mit Transparentpapier. Denk daran: Das Motiv erscheint im Druck spiegelverkehrt – besonders wichtig, wenn du Schrift oder Zahlen verwendest.
So machst du deinen ersten Druck
- Motiv schneiden – Beginne mit den großen Flächen und arbeite dich zu den Details vor. Schneide immer von dir weg und mit ruhigen, kontrollierten Bewegungen.
- Farbe ausrollen – Gib etwas Druckfarbe auf eine glatte Fläche (z. B. Glasplatte) und rolle sie gleichmäßig aus, bis die Walze dünn und gleichmäßig bedeckt ist.
- Farbe auftragen – Rolle die Farbe über die Linoleumplatte, sodass nur die erhabenen Stellen eingefärbt werden.
- Papier auflegen – Lege das Papier vorsichtig auf die Platte und reibe die Rückseite mit einem Löffel oder Baren in kreisenden Bewegungen.
- Papier abziehen – Hebe das Papier langsam ab – und schon siehst du deinen ersten Linoldruck!
Nach ein paar Probedrucken kannst du dein Motiv anpassen, Details hinzufügen oder mit verschiedenen Farben experimentieren.
Tipps für Einsteiger*innen
- Starte mit einfachen Motiven – Blätter, geometrische Formen oder Silhouetten sind ideal.
- Schneide lieber zu wenig als zu viel – du kannst später immer noch mehr Material entfernen.
- Reinige deine Werkzeuge nach jedem Gebrauch, damit sie lange scharf bleiben.
- Bewahre deine Platten auf – du kannst sie mehrfach verwenden, auch mit neuen Farben.
- Probiere verschiedene Papiersorten oder Stoffe aus, um unterschiedliche Effekte zu erzielen.
Wenn du weitergehen möchtest
Sobald du die Grundlagen beherrschst, kannst du dich an mehrfarbige Drucke, Schichtdrucke oder größere Formate wagen. Eine kleine Handpresse kann dir helfen, gleichmäßigere Ergebnisse zu erzielen. Viele Künstler*innen kombinieren Linoldruck auch mit Aquarell, Collage oder digitaler Nachbearbeitung.
Linoldruck ist eine Technik, die sowohl meditativ als auch kreativ herausfordernd ist – und sie bietet dir die wunderbare Möglichkeit, mit deinen eigenen Händen etwas Einzigartiges zu schaffen.










